Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde von OE4EU!
Die Europawahlen stehen vor der Tür. Die Wahlplakate sind gedruckt und vorgestellt, der Wahlkampf ist in vollem Gange, die Spitzenkandidaten stehen Rede und Antwort im Fernsehen, Rundfunk und im heimischen Blätterwald. Es geht nun darum, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zur Stimmabgabe zu bewegen. Dazu braucht es Argumente und Emotionen, um die Wichtigkeit gemeinsamen Handels herauszustellen und im aktuellen geopolitischen Kontext darzustellen. Deshalb möchten wir Euch in diesem Informationsbrief praktische Informationen zur bevorstehenden Europawahl anbieten.
Bitte vergesst nicht, dass auch in diesem Jahr die Aktion „Back to School“ bzw. „Europa an Deiner Schule“ stattfindet und von der österreichischen Bundesregierung unterstützt wird.
Einleitend möchten wir aber auf die heute, Dienstag, 30. April, von der Europäischen Kommission vorgelegten politischen Empfehlungen für die strategische Agenda der EU für 2019-2024 hinweisen.
Strategische Agenda der EU für 2019-2024
Im Vorfeld des Treffens der Staats-
und Regierungschefs der EU-27 am 9. Mai 2019 in Hermannstadt (Sibiu,
Rumänien) legte die Europäische Kommission heute eine Reihe politischer
Empfehlungen vor, wie Europa seine Zukunft in einer zunehmend multipolaren und
unsicheren Welt gestalten kann.
Angesichts der Wahlen zum
Europäischen Parlament am 23.-26. Mai 2019 und des damit einhergehenden
Wechsels an der Spitze der EU-Organe ist nun der Zeitpunkt für neue politische
Ausrichtungen und Prioritäten gekommen. Da sowohl die Prioritäten als auch die
Art und Weise, wie die Organe nach außen auftreten, entscheidend für die
Stärkung der Union sein werden, unterbreitet die Kommission auch Vorschläge
dazu, wie gemeinsame Entscheidungen besser vermittelt werden können. Diese
Vorschläge bilden zusammengenommen den Beitrag der Kommission zur nächsten
strategischen Agenda für den Zeitraum 2019-2024.
Presseaussendung: http://europa.eu/rapid/press-release_IP-19-2309_de.htm
Die Mitteilung und sechs Anhänge
findet ihr unter der folgenden Adresse:
https://ec.europa.eu/commission/commissions-contribution-informal-eu27-leaders-meeting-sibiu-romania_en
Beitrag zur Zukunft Europas von
Carnegie Europe und Open Society European Policy institute
Zum Thema „Zukunft Europas“ passt
der aktuelle Beitrag zum Thema „Refocus
the European Union: Planet, Lifetime, Technology.“
Kurzbeschreibung:
Europe’s political debates are too focused on divisive, single-issue problems. The EU should turn its attention to three huge, transnational challenges that will shape the lives of the next generation—climate change, aging populations, and digital revolutions. If badly handled, these challenges could do irreparable damage to Europe’s economies, societies, and physical environments.
„Refocus the European Union: Planet, Lifetime, Technology.“
Europawahl 2019 und „Europa an Deiner Schule“
Europawahl-Film Die letzten Wochen vor der Europawahl werden entscheidend sein. Um so viele BürgerInnen wie möglich zu erreichen, hat das Europäische Parlament einen Film erstellt, der hoffentlich viele EuropäerInnen anspricht. Wir möchten Euch bitten, ihn im Internet zu teilen und andere dazu ermutigen, ihn weiter zu verbreiten. Dies wird uns helfen, so viele EuropäerInnen wie möglich dazu bewegen, an der Europawahl teilzunehmen. Der Film ist u.a. auf Youtube und auf Facebook verfügbar.
Kampagne des Europäischen Parlaments: https://www.diesmalwaehleich.eu/
10 Dinge, die Ihr für die Europawahl tun könnt:
Europa in regionalen und lokalen Medien
Die Erfahrung zeigt, dass Europa auf regionaler und lokaler Ebene erklärt und diskutiert werden muss. Bezirksblätter, Stadtzeitungen, Vereinszuschriften, Aussendungen von Absolventenvereinigungen, Gemeindeveranstaltungen, Lokalfernsehen und –radio sind alles Mittel, um den Mehrwert des europäischen Miteinanders zu vermitteln. Bitte engagiert Euch persönlich wie dies Lydia Korinek – Programmkoordinatorin im Besuchs- und Informationsdienst der Ständigen Vertretung – vorbildlich gemacht hat. Ihr Artikel „Europa: meine Heimat“ wurde im Kirchenblatt ihrer Heimatstadt Bad Ischl publiziert. Nachahmung empfohlen!
Warum wählen?
Stuttgarter-Zeitung.deLandeszentrale für Politische Bildung, Baden-Württemberg
Europa geht uns alle an, denn viele politische Entscheidungen, die für die Bürger der 28 EU-Staaten verbindlich sind, fallen nicht mehr in den jeweiligen Hauptstädten, sondern in den europäischen Gremien in Brüssel oder Straßburg.
Europa bestimmt unseren Alltag in hohem Maße. Bereits zwei Drittel der in Deutschland gültigen Rechtsnormen gehen unmittelbar oder mittelbar auf Beschlüsse der EU zurück.
Die Organe der Europäischen Union entscheiden.
So sind etwa der Preisrahmen für landwirtschaftliche Erzeugnisse, die Abgasgrenzwerte für Kraftfahrzeuge, der zulässige Geräuschpegel von Rasenmähern oder Verbraucherschutzstandards von der EU vorgegeben. Ob Herstellung und Verkauf gentechnisch veränderter oder bestrahlter Lebensmittel erlaubt sein sollen und ob solche Nahrungsmittel gekennzeichnet werden müssen, entscheiden letztlich die Organe der Europäischen Union.
Österreich in der EU – Die heimische Wirtschaft im Binnenmarkt Argumente für den Mehrwert der Europäischen Union aus Sicht der österreichischen Wirtschaft findet ihr in der top-aktuellen Broschüre der Wirtschaftskammer Österreich.
Spring 2019 Eurobarometer Survey – Support for EU remains at historically high level despite sceptics
Parliament’s Spring 2019 Eurobarometer, conducted three months ahead of the European elections, shows continued strong support for the European Union. Despite the challenges of the past years – and in cases such as the ongoing debate surrounding Brexit possibly even because of it, the European sense of togetherness does not seem to have weakened. 68% of respondents across the EU27 believe that their countries have benefited from being part of the EU.
„Kärnten aktuell“: Europa in Licht und Ton auf dem Pyramidenkogel Beeindruckendes Fest mit Landeshauptmann und hochrangigen EU-Vertretern am 9. Mai – Aussichtsturm wird bis zu den EU-Wahlen in Blau-Gelb erstrahlen.
„Europa an Deiner Schule“/“Back to School“: Die Initiative läuft seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Viele von Euch haben bereits selbst teilgenommen und mit zahlreichen Schüler/innen an österreichischen Schulen diskutiert. Seit diesem Jahr bietet auch die neue Initiative „Back to University“ eine Gelegenheit, den Austausch mit Studierenden zu suchen. Gerade jetzt vor der Europawahl sind “Back to School” und “Back to University” eine großartige Gelegenheit, Schüler wie Studenten über die Europäische Union zu informieren, ihr ein Gesicht zu geben – und damit hoffentlich möglichst viele junge Menschen zur Stimmabgabe zu bewegen. Wir möchten Euch daher ermutigen, eine Schule oder Universität zu besuchen. Ihr solltet bereits ein entsprechendes Schreiben der Ständigen Vertretung Österreichs in Brüssel erhalten haben. Wenn nicht, meldet Euch (Robert Andrecs). Der Aktionszeitraum zumindest von „Back to School“, welches von der österreichischen Bundesregierung unterstützt wird, erstreckt sich bis Ende Juni 2019.
15 Jahre EU-Erweiterung
Am 1. Mai 2019 jährt sich zum 15. Mal die Erweiterung der Europäischen Union um 10 Staaten Mittel-, Süd- und Osteuropas. Es handelt sich um Zypern, Tschechien, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei und Slowenien. Umfangreiche Hintergrundinformationen zu diesen Ländern und zur Unterstützung der EU im Bereich der Regionalpolitik findet ihr auf der Website der Europäischen Kommission. Siehe auch die Broschüre der Wirtschaftskammer Österreich zum Thema EU-Erweiterung vom Juni 2018. ÖGfE-Umfrage: 15 Jahre EU-Erweiterung – Mehrheit zieht positive Bilanz.
Weitere Informationen und Hinweise
WKÖ-Traineeprogramm mit EU-Schwerpunkt (Bewerbungsfrist 24. Mai) Ich möchte Euch gerne auf die Ausschreibung für das neue WKÖ-Traineeprogramm mit EU-Schwerpunkt aufmerksam machen, welches die bisherigen Traineeprogramme (EU-Traineeprogramm und WKÖ-Traineeprogramm) integriert. Das zweijährige Traineeprogramm hat die Interessenvertretung zum Hauptgegenstand. Zudem zielt das Ausbildungsprogramm auf die Netzwerkbildung ab und ist für die Teilnehmer flexibel angelegt. Neben dem Kennenlernen der Wirtschaftskammerorganisation ist ein Einsatz auf EU-Ebene vorgesehen. Das Programm kann durch weitere Einsätze im öffentlichen Bereich (z.B. Ministerium) oder in einem Mitgliedsunternehmen abgerundet werden.
Bewerbungen können ab sofort bis zum 24. Mai 2019 ausschließlich online eingereicht werden.
ÖGfE Policy Briefs:
Europäische Wirtschafts- und Währungsunion – Wer hat Angst vor Vertragsänderungen?
Es herrscht Einigkeit darüber, dass die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) refomiert werden muss. Die Maßnahmen, welche im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen wurden, zeigten ihre starren und stark limitierenden rechtlichen Grundlagen auf. Entsprechend wurden die bestehenden Vertragsgrenzen verwässert, verwandelt oder sogar umgangen. Statt dieses Muster bei künftigen Reformen fortzusetzen, empfehlen wir, den zugrundeliegenden verfassungsrechtlichen Rahmen der WWU nicht nur inhaltlich anzupassen, sondern auch die Rigidität der EU-Verträge als solche durch De-Konstitutionalisierung des WWU-Rechts voranzutreiben.
Ein Europa der Nationen und Vaterländer? Mögliche Konsequenzen und offene Fragen Die euroskeptischen Parteien haben ihre Strategie seit dem Brexit-Referendum geändert. Sie sprechen im Zuge des Wahlkampfs zum Europäischen Parlament nicht mehr von einem Austritt ihrer Länder aus der EU, sondern von einem Umbau der EU von innen her und propagieren ein Europa der Nationen oder Vaterländer. Allerdings bleiben dabei viele Fragen offen und über mögliche Konsequenzen wird kaum gesprochen. In diesem Policy Brief soll aufgezeigt werden, wie diffus das Konzept geblieben ist und womit man bei einer Renationalisierung jedenfalls rechnen müsste.
OE4EU auf Facebook Auf unserer Facebook Seite findet ihr die neueste ÖGfE Umfrage zu den EU-Parlamentswahlen. Asserdem mehr zu Präsident Macron’s neuer Europainitiative.
Mit besten Grüssen
Mirjam, Markus, Robert, Wolfgang